Die „Markthalle“ ist ein kleiner Traum. Mitten in der Stadt, gegenüber dem Bochumer Rathaus, soll sie in ein paar Jahren jährlich 1,5 Millionen KundInnen anlocken. Ein paar hundert Meter weiter wird am alten Landgericht Platz für Läden, Büros und ein Hotel gemacht. Doch muss es eigentlich immer Konsum sein? Mit einer Art akustischem Stadtplan wollen das Netzwerk Stadt für alle Bochum und das atelier automatique hörbar machen, dass man „Stadt“ auch anders denken kann.
Das Straßenmagazin trauert um bodo-Urgestein Egon Dittmann. Egon war Verkäufer der ersten Stunde, Gründungsmitglied, zeitweise sogar ein Fernsehgesicht des Vereins. Er verstarb auf der Straße, tragischerweise kurz nachdem er die Zusage für den Einzug in ein Wohnprojekt erhalten hatte. WegbegleiterInnen erinnern sich.
Auch nach fast acht Monaten Pandemie findet Wohnungslosenhilfe zu großen Teilen draußen statt. Viele Anlaufstellen bleiben geschlossen, die, die öffnen, tun das meist mit großen Einschränkungen. Die Open-Air-Lösungen, mit denen viele über den Sommer gekommen sind, funktionieren nicht mehr, wenn es regnet, schneit und kalt ist.
Ein Besuch in Avalonia, einem Landschaftskunstwerk an der Ruhr, das zugleich Kletterpark und Freiluftkloster ist, edle 5-Gänge-Menüs aus geretteten Lebensmitteln in Dortmund, „utopisches Flanieren“ in Bochum, eine Crowd-Recherche von Correctiv und Fridays for Future zu Kraftwerksbeteiligungen der NRW-Kommunen, eine virtuelle Bibliothek für verbotene Schriften uvm. – das Straßenmagazin im Oktober.
Seit rund zwei Jahren stellt die Stadt Dortmund ihr Konzept zur städtischen Wohnungslosenhilfe neu auf. Jetzt kommt der nächste Baustein: eine Notschlafstelle für junge erwachsene Wohnungslose. Den Zuschlag für den Betrieb hat der Dienstleister European Homecare erhalten – ein Akteur, der in einzigartiger Weise soziale Arbeit ökonomisiert.
Prof. Dierk Borstel und Tim Sonnenberg forschen an der Fachhochschule Dortmund zum Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Dortmund, Lebenslagen von Betroffenen und Teilaspekte sozialer Arbeit im Feld. Die Sozialarbeiterin Laura Nübold war Teil des Projekts und hat anhand von Interviews mit Nutzern untersucht, wie gut diese in der MÜS auf dem Weg aus der Wohnungslosigkeit unterstützt werden. Und eine große Lücke zwischen Anspruch und Praxis festgestellt.
Alle zwei Jahre lädt das traditionsreiche Theaterfestival Favoriten die freie Szene Nordrhein-Westfalens nach Dortmund ein. Unter dem Titel „While we are working“ werden im September Arbeiten aus Performance, Tanz und Theater präsentiert. Als die Vorbereitungen begannen, ahnten die künstlerischen Leiterinnen Olivia Ebert und Fanti Baum nicht, dass die Produktionsbedingungen freier Kunst auch auf ganz drastische Art Thema werden würden. Favoriten 2020 ist eines der ersten Festivals vor Publikum in Zeiten von Corona.
Judith van de Bruck unterrichtet Waldbaden in Hattingen, Olivia Ebert und Fanti Baum organisieren das Theaterfestival Favoriten in Dortmund, Oliver Uschmann und Sylvia Witt schreiben Bochum-Romane in Ascheberg, Anne Weiss hat aussortiert und Katjusha kocht auf Phoenix-West – das Straßenmagazin im September.
Jutta Henke ist Geschäftsführerin der Bremer Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS). Das Forschungsinstitut hat in einer bundesweiten Studie Entstehung, Verlauf und Struktur von Wohnungslosigkeit untersucht und Strategien entwickelt, sie zu beenden oder noch besser: sie abzuwenden.
Es mag seltsam wirken, mitten im Hochsommer an den Winter zu denken. In Wirklichkeit ist es zurzeit bestimmendes Thema in der Wohnungslosenhilfe unter Corona. Das hat drei Gründe.

