Das Straßenmagazin trauert um bodo-Urgestein Egon Dittmann. Egon war Verkäufer der ersten Stunde, Gründungsmitglied, zeitweise sogar ein Fernsehgesicht des Vereins. Er verstarb auf der Straße, tragischerweise kurz nachdem er die Zusage für den Einzug in ein Wohnprojekt erhalten hatte. WegbegleiterInnen erinnern sich.
Auch nach fast acht Monaten Pandemie findet Wohnungslosenhilfe zu großen Teilen draußen statt. Viele Anlaufstellen bleiben geschlossen, die, die öffnen, tun das meist mit großen Einschränkungen. Die Open-Air-Lösungen, mit denen viele über den Sommer gekommen sind, funktionieren nicht mehr, wenn es regnet, schneit und kalt ist.
Ein Besuch in Avalonia, einem Landschaftskunstwerk an der Ruhr, das zugleich Kletterpark und Freiluftkloster ist, edle 5-Gänge-Menüs aus geretteten Lebensmitteln in Dortmund, „utopisches Flanieren“ in Bochum, eine Crowd-Recherche von Correctiv und Fridays for Future zu Kraftwerksbeteiligungen der NRW-Kommunen, eine virtuelle Bibliothek für verbotene Schriften uvm. – das Straßenmagazin im Oktober.
Auf regelmäßigen Touren durch die Bochumer und die Dortmunder Innenstadt versorgen wir außerhalb der Öffnungszeiten der Anlaufstellen Wohnungslose mit „Kaffee und Knifte“: Heiße Getränke, belegte Brote und in Zukunft auch Suppe, Hygieneartikel und Schlafsäcke bringen wir mit unseren ehrenamtlichen Teams zu einer stetig steigenden Zahl Menschen.
Die Idee hatte es schon länger gegeben, nun wird sie in die Tat umgesetzt: Seit dem 30. September betreibt bodo auch in Bochum einen gemeinnützigen Buchladen. In der Königsallee, vis à vis dem Schauspielhaus, ist er zu finden.
Unser Buchladen lebt nicht nur von Ihrem Einkauf bei uns, sondern auch von Ihren Buchspenden. Mit unserem modernen Antiquariat schaffen wir Stellen für langzeitarbeitslose Menschen. Und wir freuen uns über Ihre Spenden.
Seit rund zwei Jahren stellt die Stadt Dortmund ihr Konzept zur städtischen Wohnungslosenhilfe neu auf. Jetzt kommt der nächste Baustein: eine Notschlafstelle für junge erwachsene Wohnungslose. Den Zuschlag für den Betrieb hat der Dienstleister European Homecare erhalten – ein Akteur, der in einzigartiger Weise soziale Arbeit ökonomisiert.
Prof. Dierk Borstel und Tim Sonnenberg forschen an der Fachhochschule Dortmund zum Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Dortmund, Lebenslagen von Betroffenen und Teilaspekte sozialer Arbeit im Feld. Die Sozialarbeiterin Laura Nübold war Teil des Projekts und hat anhand von Interviews mit Nutzern untersucht, wie gut diese in der MÜS auf dem Weg aus der Wohnungslosigkeit unterstützt werden. Und eine große Lücke zwischen Anspruch und Praxis festgestellt.
Das Bündnis „arm in Arm“* (zugleich Dortmunder Bündnis „Wir wollen wohnen!“), dem neben den Wohlfahrtsverbänden, Mieterverein und Mieterbund auch der DGB, die Stadtkirchen und eine Vielzahl von weiteren Organisationen angehören, hat im Juli diesen Jahres wohnungspolitische Forderungen für Dortmund aufgestellt. Im Anschluss wurden SPD, CDU, die Linke, B90/ Grüne und FDP und ihre OB-KandidatInnen gefragt, wie sie in den kommenden Jahren Fragen des Wohnens und der Stadtentwicklungspolitik gestalten wollen. Hier sind Ihre Antworten.
Alle zwei Jahre lädt das traditionsreiche Theaterfestival Favoriten die freie Szene Nordrhein-Westfalens nach Dortmund ein. Unter dem Titel „While we are working“ werden im September Arbeiten aus Performance, Tanz und Theater präsentiert. Als die Vorbereitungen begannen, ahnten die künstlerischen Leiterinnen Olivia Ebert und Fanti Baum nicht, dass die Produktionsbedingungen freier Kunst auch auf ganz drastische Art Thema werden würden. Favoriten 2020 ist eines der ersten Festivals vor Publikum in Zeiten von Corona.

