Mit Beginn der Covid-19-Pandemie wurde der öffentliche Raum zur Verbotszone. Während Kontakte und Ansammlungen untersagt waren und sich Deutschland nach Hause zurückzog, hatten diejenigen Pech, die das nicht konnten. In Dortmund erhielten mehrere Wohnungslose Bußgelder wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung. Es geht zum Teil um vierstellige Summen.
Während in mehr und mehr Bereichen nach dem Lockdown so etwas wie Normalität zurückkehrt, ist die Lage von Wohnungs- und Obdachlosen weiter problematisch. Von den Lockerungen der vergangenen Wochen war die Wohnungslosenhilfe quasi ausgeschlossen, noch immer fehlen Beratungsorte und Aufenthaltsräume. Doch nun werden die ersten Nothilfeangebote zurückgefahren.
Eine Stadtschreiberin als Rückkehrerin, ein „Rektor“ einer Wildnisschule, ein Symphonieorchester nach Coronaregeln, eine Gleichstellungsbeauftragte zu Rollenmustern in der Pandemie, Corona-Bußgelder für Obdachlose, vier Positionen zu Rassismus und 250 Fahrräder für die Radwende: Das Straßenmagazin im Juli.
Als Ende Februar die letzte „Geierabend“-Vorstellung auf Zeche Zollern lief, hatten 16.000 Gäste den Ruhrpott-Karneval durch die Spielzeit begleitet. Bei jedem Termin wieder mit dabei: „bodo“-Verkäufer Harald und eine große Spendendose. Jedes Jahr werfen viele, viele „Geierabend“-BesucherInnen übriggebliebene Wertmarken dort hinein, das Ensemble spendet den Gegenwert dann an den gemeinnützigen Verein ‑ in diesem Jahr ganze 7.725 Euro!
Eigentlich wären Ende Mai rund 150 Läuferinnen und Läufer aus Dortmund zu ihrer „100km RundumDortmund“-Tour gestartet. Corona-bedingt fällt die Veranstaltung in diesem Jahr aus. Das Organisationteam hat allerdings beschlossen, die Startgelder stattdessen für einen guten Zweck einzusetzen: bodo freut sich über eine Spende von 3.425 Euro.
Auch wenn die Pandemie-Maßnahmen Stück für Stück gelockert werden: Covid-19 ist noch lange nicht vorbei, vor allem Menschen mit geringem Einkommen bekommen die Krise immer noch stark zu spüren. Das Frauenzentrum Dortmund, das Gast-Haus und bodo haben sich darum zusammengeschlossen, um Familien in der Not zu unterstützen.
Noch vor Pfingsten erscheint die Juni-Ausgabe des Straßenmagazins mit einer Bochumer Fußballpionierin, Preppern und Feinschmeckern, Problemlösern in der Krise, einem Klassik-Bringdienst, Verschwörungserzählungen, blankliegenden Nerven im Gefängnis, Abiturprüfungen im Ausflugslokal, Veranstaltern in konzertloser Zeit und vergessenen Obdachlosen.
Unser Team Transport konnte auch während der Pandemie die meisten Haushaltsauflösungen, Entrümpelungen und Entsorgungen durchführen – natürlich mit allen nötigen Maßnahmen zum Infektionsschutz. Im Juli und August hat das Team noch freie Termine.
Ein gemeinnütziger Verein, der ohne staatliche Förderung und ohne große Rück- lagen mehr als 30 Angestellte zum größten Teil aus eigenen Einnahmen bezahlt, steht, wenn diese Einnahmen fast vollständig ausbleiben, vor einem Problem. Es gibt uns noch. Das haben wir Ihnen zu verdanken.
Bochumer Vereine, Initiativen und Organisationen aus den Bereichen Soziales, Wohnen und Flüchtlingsarbeit haben einen offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Sozialdezernentin Britta Anger verfasst. Darin drücken sie ihre große Sorge um die Situation in den Bochumer Not- und Sammelunterkünften für Wohnungslose und Geflüchtete aus. Sie fordern von der Stadt konkrete Maßnahmen, um die untergebrachten Menschen besser vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

