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46.000-fache Hilfe

Der Plan war ehrgeizig: ein Großzelt in der Innenstadt, in dem im Winter rund 500 Menschen pro
Tag zweimal im Trockenen und Warmen essen können; aufgestellt von der Stadt Dortmund, orga-
nisiert vom Gast-Haus, der Kana Suppenküche, dem Team Wärmebus und bodo und gestemmt von Hunderten Ehrenamtlichen. Nach drei Monaten lässt sich sagen: Er hat funktioniert.

Was wir tun: Ein Hygienezentrum für Wohnungslose

Was mit dem Beginn der Pandemie sofort sichtbar wurde: dass mit der Schließung der meisten Einrichtungen, Cafés, Bürgerbüros und Einkaufszentren auch Orte elementarer Bedürfnisse weggefallen sind – Duschen und zugängliche Toiletten. In einem Gemeinschaftsprojekt mit anderen Einrichtungen haben wir unter dem Dach des Paritätischen in einer städtischen Immobilie in der Dortmunder Innenstadt ein temporäres Hygienezentrum installiert, in dem Menschen ohne Wohnung dreimal in der Woche kostenlos duschen können.

bodo kontaktlos

Der Verkauf des Straßenmagazins lebt von Kontakten, positiven Begegnungen, auch Nähe – eigentlich. In der Pandemie heißt das: unseren VerkäuferInnen ihre Tätigkeit zu ermöglichen und sie und ihre KundInnen gleichermaßen zu schützen. Wir statten unsere Verkaufenden mit FFP-2-Masken und Handschuhen aus, außerdem ist der Kauf des Straßenmagazins jetzt völlig kontaktlos möglich.

Bett statt Schlafsack

Corona trifft Wohnungslose hart, die niedrigen Temperaturen im Winter sind zusätzlich gefährlich. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen für die bestehenden Unterkünfte nicht in Frage kommen. Drei Initiativen der Wohnungslosenhilfe – der Gast-Haus e.V., das Team Wärmebus und der bodo e.V. – schließen nun diese Lücke und haben eine niederschwellige Notübernachtung für wohnungs- und obdachlose Menschen geschaffen.

Dort sein, wo es nötig ist

Was wir seit Jahren tun: dort helfen, wo Hilfe benötigt wird. Vor zehn Monaten haben wir quasi von einem Tag auf den anderen große Teile unserer Sozialarbeit nach draußen verlegt. Wir beraten unsere VerkäuferInnen und Menschen, die zu uns kommen, durch die Fenster unserer Anlaufstellen, und wir sind dort, wo es gerade besonders nötig ist: auf der Straße.

Ein warmer Platz zum Essen

Wohnungslos in Zeiten von Corona bedeutet auch, dass Suppenküchen und Orte, an denen Wohnungslose essen können, wegfielen. Einrichtungen der Essensversorgung nur sehr eingeschränkt arbeiten konnten, viele gar nicht. Im Sommer war die Folge: Essen gab es in Lunchpaketen und „to go“, Ruhe, die Möglichkeit, sich zu setzen, in Ruhe zu essen und durchzuschnaufen, gab es nicht. Für den Winter, das war schnell klar, braucht es andere Lösungen. Gemeinsam mit dem Gast-Haus, der Kana Suppenküche und dem Team des Dortmunder Wärmebusses betreiben wir im Verbund mit der Stadt Dortmund noch bis Ende März die Winternothilfe am U.

bodo beim Talk im DKH

bodo-Redaktionsleiter Bastian Pütter war beim „Talk im DKH“ zu Gast. Im Gespräch mit Moderator Aladin El-Mafaalani erzählte er von der Arbeit unseres Vereins, Wohnungslosigkeit und Wohnungslosenhilfe in Zeiten von Corona, aber auch davon, was helfen kann, Wohnungslosigkeit zu beenden und woran es liegt, dass das nicht passiert. Das Video zum Gespräch ist jetzt online verfügbar.

Am Fuß des Dortmunder U startet Mitte November die Winternothilfe.

Winternothilfe am U in den Startlöchern

Am 16. November startet, direkt am Fuß des Dortmunder U, die „Winternothilfe am U“. In einem Großzelt werden das Gast-Haus, Kana Suppenküche, Dortmunder Wärmebus und bodo im Verbund mithilfe der Stadt Dortmund und vieler Ehrenamtlicher zweimal täglich eine Mahlzeit anbieten. Damit können die Einrichtungen zumindest in Teilen den Covid-19-bedingten Wegfall von Angeboten der Wohnungslosenhilfe kompensieren und schaffen ein corona-konformes und witterungsgeschütztes Nothilfeangebot für den Winter.