„Im Zentrum der Widersprüche“: bodo im September
Die Septemberausgabe des Straßenmagazins zeigt unheimliche Verschiebungen, unerwartete Neuanfänge, unhaltbare Zustände, unvergessene Lebensgeschichten, unerlaubte Handlungen, überraschende Ehrungen.
Auf dem Titel: Mit „Unheimliche Verschiebungen“ lädt Urbane Künste Ruhr zu einem Rundgang um den Dortmunder Hauptbahnhof ein. 14 KünstlerInnen und Kollektive zeigen: Wenn alles im Umbruch ist, ist es Zeit, sich an den Ecken und Kanten umzusehen.
Im Porträt: Unter den Händen der Bochumer Figurentheatermacherin Sara Hasenbrink werden aus entsorgten, gefundenen oder gestalteten Gegenständen gefühlvolle Wesen. Dabei schwingt in ihren improvisierten Ideen immer auch etwas Schwermut und Nachdenklichkeit mit. „Das Traurige ist freundlich eingehaust“, sagt sie.
Über-Leben: Jörg Böckem war selbst lange heroinabhängig, hat Überdosis, Haft, Therapie und Substitution erlebt. Heute lebt er suchtfrei und schreibt für Spiegel und Zeit. Für bodo porträtiert er vier Menschen, denen es gelingt, trotz ihrer Suchterkrankung ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
In der Dortmunder Saarlandstraße findet man traditionsreiche inhabergeführte Geschäfte neben trendigen Neugründungen, gastronomische Vielfalt, aber auch einigen Leerstand. Als ausgerechnet ihre Straße im vergangenen Jahr zur drittschönsten Deutschlands gekürt wurde, nahmen die AnwohnerInnen den Ritterschlag eher amüsiert zur Kenntnis. Eine Reportage.
Knapp 200 Menschen, die in Bochum auf der Straße lebten, sind zurzeit in Notunterkünften „ordnungsrechtlich untergebracht“. Die sollen Mindeststandards genügen und nur eine Übergangslösung sein. In der Praxis unterscheiden sie sich stark.
Lebensgeschichten: An wen und wie wir uns erinnern, kann durch Vorurteile und sozialen Status geprägt sein. Das niederländische Projekt Walk of Life sammelt die Lebensgeschichten marginalisierter Menschen, bevor ihre Stimmen verstummen.
Außerdem: das Festival Favoriten, Dortmunds Bettelverbot, der Union Salon, der Tag der Wohnungslosen, Kino- und Buchtipps sowie der kommentierte Veranstaltungskalender.

