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Klartext vom Dach – das Straßenmagazin im Juli

Chiara Monteton deckt Dächer und spricht darüber, Familie Steincamp stellt um auf Selbstversorgung, Nassrin Sadeghi führt durch die Geschichte des Konsums zwischen Luxus und Alltag, „Ende Gelände“ will die Energiewende mit zivilem Ungehorsam verteidigen, die „Lebenslaute“ protestiert mit Klassik gegen die Wohnungsmarktkrise, Michel Höffken wirbt für’s Radfahren – bodo im Juli.

Auf dem Titel: Die Bochumerin Chiara Monteton ist Dachdeckerin und wurde mit ehrlichen Posts über das Handwerk zum Star bei Instagram und TikTok. Ihre Bekanntheit hat Folgen: Gegen den Trend im Handwerk hat ihr Betrieb mehr BewerberInnen als offene Stellen und sogar die Bundespolitik schaut vorbei.

Schwerpunkt Klima: Die Klimakrise ist eine soziale Krise. Weltweit treffen die Auswirkungen Menschen in Armut um ein Vielfaches stärker und verstärken die sozialen Ungleichheiten weiter. Gleiches gilt für Städte in Deutschland und explizit auch für Ruhrgebietsstädte wie Bochum und Dortmund. Eine Bestandsaufnahme.

Unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ trafen sich vom 23. Mai bis 4. Juni Klima-AktivistInnen aus dem In- und Ausland in Hamm, um gegen fossile Energien und den geplanten Gasausbau zu demonstrieren. Das Bündnis „Ende Gelände“ mobilisierte über tausend Menschen, um fossile Infrastruktur zu blockieren. Warum setzen junge Menschen auf zivilen Ungehorsam und gehen für den Klimaschutz persönliche Risiken ein?

Alpakas, Honig und Gemüse: Es gibt Wege, die bis ins Detail vorgeplant sind, und solche, die erst unter den Füßen entstehen. Als Familie Steincamp den Hof Hessenberg im Ender Tal erwarb, sollte er ein Zuhause im Grünen sein. Dass er sich Stück für Stück zum Selbstversorgerhof entwickeln würde, war gar nicht vorgesehen.

Michael Höffken: Der Ruhrpott-Fahrrad-Influencer „Mischalala“ setzt statt auf durchgestylten Content auf Spontanität und Offenheit, die auch Widersprüche und Unvollkommenheiten zulassen. Höffken ist Radfahrer und Raucher, Veganer und Ruhrpott-Original, Theaterpädagoge und Internet-Phänomen.

Mit „k“ wie komplex: Die Ausstellung „Konsum“. Alltagsdinge zwischen Nutzen, Sehnsucht und Überfluss“ im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte verfolgt die Geschichte des Konsums vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zwischen Schränken, Alltagsobjekten und Mitmachstationen stellt sie Fragen nach Nutzen, Luxus, Nachhaltigkeit und Überfluss – und regt dazu an, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen.

Außerdem: Mit Haydn gegen die Wohnungsmarktkrise, Kunst gegen das Kleingedruckte, Werni und Finni, Gibt es mehr Krähen?, Obdachlosen-Wallfahrt, VerkäuferInnengeschichten, Buch- und Filmtipps sowie der kommentierte Veranstaltungskalender mit Juicy-Beats-Verlosung.