Viel zu tun bis 2030
Bis 2030 soll Wohnungslosigkeit überwun- den sein – so wollen es Bundesregierung und EU-Kommission. Am 11. September, dem Tag der Wohnungslosen, haben Diakonie, Gast-Haus, GrünBau, Soziales Zentrum, VSE und bodo mit Dortmunder LokalpolitikerInnen diskutiert, was dafür nötig ist.
Von Alexandra Gehrhardt
Fotos: Sebastian Sellhorst
Mittlerweile hat die Bundesregierung ihren Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit vorgelegt (bodo 06.23); das Positionspapier der Dortmunder Organisationen soll Grundlage eines lokalen Aktionsplans werden, mit dem der Rat die Verwaltung beauftragt hat. Darum haben die sechs Organisationen erneut eingeladen, um ein Jahr später mit RatsvertreterInnen von SPD, CDU, den Grünen und „Linke plus“ Perspektiven zu diskutieren, wie das Ziel bis 2030 erreicht werden kann.
Was es braucht, ist für Diakonie, Gast-Haus, GrünBau, Soziales Zentrum, VSE und bodo klar: Es geht zum Einen um die Sicherung und Stärkung existenzieller Hilfen, zum anderen darum, dass die Zugänge zum Hilfesystem niederschwellig und für alle Betroffenen möglich sind, und nicht zuletzt um die Versorgung mit Wohnraum und bessere Prävention, damit Wohnungslosigkeit gar nicht erst entsteht.
Bezahlbarer Wohnraum bleibt ein Schlüssel, und zugleich ein dickes Brett. Ein Appell auf dem Podium: eigene Ideen für niederschwellige Ansätze umzusetzen und über die Gremien fördern zu lassen. Mit geringem finanziellen Aufwand, sagte zum Beispiel Grünen-Faktionssprecher Christoph Neumann, sei oft schon eine Menge zu erreichen. An anderer Stelle wurde gebremst: Angesichts der Haushaltslage könne er keine Zusagen für die Zukunft machen, sagte Thomas Bahr (CDU). In vielen Punkten, zum Beispiel der Frage, wie die stadteigene Wohnungsgesellschaft Dogewo in Prävention und Versorgung stärker in die Pflicht genommen werden könnte, blieben Perspektiven vage.
„Wir stehen am Anfang eines Prozesses“, sagt Diakonie-Geschäftsführer Niels Back, macht aber stell-vertretend für alle Organisationen klar: „Die Politik muss sich dringend mit der Perspektive von Betroffenen befassen.“ Die Beendigung von Wohnungslosigkeit könne keine Frage der Kassenlage sein – „Wohnen ist ein Menschenrecht.“

