Ein riesiger Stoffball rollt durch die Stadt – bodo im Mai
Helene Ewert und Christofer Schmidt leiten ihre erste „Fidena“, Aurel Dawidiuk ist mit 25 Generalmusikdirektor, Özlem Agildere pflanzt einen Wald, Hape Kerkeling gibt Tipps zum Glücklichsein, Raafat Daboul floh übers Mittelmeer auf deutsche Theaterbühnen. Das Straßenmagazin im Mai.
Marionetten aus Eis, Arbeitsszenen aus dem 3D-Drucker und ein riesiger Stoffball: Wenn das Festival „Fidena“ im Mai wieder herausragende Produktionen des internationalen Figurentheaters nach Bochum und in die Nachbarstädte lädt, geschieht das unter neuer Leitung. Seit knapp einem Jahr halten zwei Neue alle Fäden in der Hand: Helene Ewert und Christofer Schmidt.
Der neue Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker ist erst 25 Jahre alt. Aurel Dawidiuk ist ein musikalisches Ausnahmetalent, dem aber ebenso eine Karriere im Fußballtor offenstand. Anders als auf dem Sportplatz ist er am Dirigentenpult fast zurückgenommen und wirkt erstaunlich reif und erfahren.
Fünf Jahre lang hat Özlem Agildere mit ihrer Bürgerinitiative für die Idee eines Mini-Walds geworben, die Nachbarschaft überzeugt, die Wissenschaft ins Boot geholt und in der Verwaltung Hürde um Hürde genommen. Nun haben 200 Menschen – Schulklassen, AnwohnerInnen, Firmen, Vereine, der Oberbürgermeister – einen großen Teil der 5.000 Setzlinge gepflanzt, die zu Bochums erstem „Tiny Forest“ heranwachsen werden.
„Die Welt ist viel komplizierter, als wir oft annehmen“, sagt Hape Kerkeling im Interview. „Wenn wir das akzeptieren, werden wir weniger wütend und legen damit einen Grundstein für unser Glück.“ Fürs Kino hat der Komiker, Schauspieler und Autor den jovialen und stets leicht peinlichen Lokaljournalisten Horst Schlämmer auf seine Suche nach dem Glück geschickt.
Raafat Daboul hat vieles ausprobiert: über 20 Berufe, mehrere Städte, ein neues Leben. Seine Geschichte führt von Damaskus über eine lebensgefährliche Flucht bis auf deutsche Theaterbühnen. Seit zehn Jahren lebt der Schauspieler nun in Deutschland. Ein Porträt über Neuanfang, Verlust und den unbedingten Willen, neue Seiten an sich kennenzulernen.
Als Kay 2024 unerwartet seinen Job verliert, stürzt er in eine tiefe psychische Krise. Er ist nicht mehr in der Lage, notwendige bürokratische Schritte zu gehen. Seine Post macht er nicht mehr auf. Als er zu bodo findet, hat er fast 100 ungeöffnete Briefe dabei. Wohnraumverluste abzuwenden ist der Königsweg der Wohnungslosenhilfe. Erschwert wird er oft durch bürokratische Hürden.
Außerdem: Unterm Baobab, Eine Zukunft für die Villa?, Überleben im Zelt, Hilft Erschrecken gegen Schluckauf?, PKS und gefühlte Sicherheit, Verkäufergeschichten, der kommentierte Kulturkalender mit Verlosungen u.v.m.

