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„Es braucht Angebote, die funktionieren“

Ein Schlafplatz unter einer Eisenbahnbrücke in der Dortmunder Innenstadt. Archivfoto: Sebastian Sellhorst

„Es braucht Angebote, die funktionieren“

Übernachtungsangebote müssen zu Bedürfnissen der Betroffenen passen

Im Zuge der Nachricht, den Drogenkonsumraum in der Innenstadt an einen anderen Standort zu verlegen, hat die Stadt Dortmund gestern auch angekündigt, „dezentral und niedrigschwellig“ zusätzliche Übernachtungsstellen für in der Innenstadt übernachtende obdachlose Menschen zu schaffen. „Besonders jetzt im Winter wären passende Unterbringungsmöglichkeiten wichtig“, sagt Lutz Rutkowski von bodo. „Hilfen müssen so gestaltet sein, dass sie die Betroffenen erreichen.“

Das Bild zeigt einen Gehweg unter einer Eisenbahnbrücke. An der Mauer liegt eine Matratze, ein Schlafsack, ein Kissen und eine Decke sind ordentlich darauf gelegt. Im Hintergrund ist ein weiterer Schlafplatz.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt zusammen mit der Polizei einen „Sonderstab“ eingerichtet, um den Problemen rund um den gestiegenen Crack-Konsum zu begegnen. Ein Ziel war auch, das „Campieren“, also das Übernachten im öffentlichen Raum, zu reduzieren. Nun will die Stadtverwaltung „dezentral und niedrigschwellig“ neue Übernachtungseinrichtungen schaffen, die die bestehenden Angebote ergänzen. Dazu, teilt die Stadt mit, solle zunächst ein Konzept entstehen.

bodo blickt kritisch auf die Ankündigung der Stadt. „Ein Großteil derer, die im öffentlichen Raum übernachten, tut das gerade bei den jetzigen Temperaturen nicht freiwillig, sondern, weil sie aus verschiedensten Gründen in den bestehenden Angeboten nicht ankommen“, sagt Lutz Rutkowski, Leiter der Sozialarbeit bei bodo. „Für viele sind die Einrichtungen nicht passend zur Lebensrealität, und das sieht man auch im öffentlichen Raum.“

Bisher gibt es wenig außer der Ankündigung; Standorte, Zugänge und Zeitplanungen sind bisher unklar. „Was es braucht, sind Einrichtungen, die den Anspruch, niedrigschwellig zu sein, ernst nehmen: zentral und innenstadtnah, barrierefrei, mit Zugang für alle, die ihn brauchen, und an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet. Nur dann werden diese die Angebote auch wirklich nutzen.“

Und letztendlich, so der bodo-Sozialarbeiter, müsse das Ziel aber sein, Wohnungslosigkeit zu beenden. „Notschlafstellen sind wichtig, um akute Obdachlosigkeit aufzufangen. Letztendlich braucht es aber größere Anstrengungen, funktionierende Wege in eigenen Wohnraum zu schaffen. Nur eine eigene Wohnung ist ein Zuhause.“

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